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Was können BibliothekarInnen von Kampfkunst-TrainerInnen lernen?

Seit November 2019 leite ich gemeinsam mit einem Kollegen das Anfängertraining in Wing Chun und Taekwondo an meiner Kampfkunstschule in Offenburg. Als Dozentin und Instructional Designer konnte ich schon beim ersten Training gar nicht anders, als meine Rolle als Trainerin mit meinen Erfahrungen als Dozentin zu vergleichen. Deshalb lade ich Sie heute ein zu einem Ausflug in die Welt der Kampfkunst. Was können wir Lehrende, was können Sie als Teaching Librarian von TrainerInnen in einem sportlichen Kontext lernen?

1. Feedback zu allen Aktivitäten

Im Kampfkunsttraining arbeiten wir in kleinen Gruppen – TrainerInnen und SchülerInnen sind manchmal sogar im 1:1-Verhältnis. Das erlaubt es uns, den SchülerInnen ständig Feedback zu geben. Während sie Bewegungen ausführen, geben wir Anweisungen und korrigieren die Haltung. Die SchülerInnen geben sich auch gegenseitig Feedback. Es wäre undenkbar, dass es zu einer Übung kein einziges Feedback gibt. Schätzungsweise sind eher 2-5 Feedbackschlaufen pro Übung üblich. Die SchülerInnen können jederzeit Fragen stellen, und wir fragen sie auch, wie sie unsere Anweisungen wahrnehmen. Das Feedback, egal ob positiv oder negativ, ist stets handlungsbezogen und nie auf die Person gerichtet.

BibliothekarInnen stehen mit den Teilnehmenden ihrer Schulungen und Führungen wohl selten im 1:1-Verhältnis, sondern in den meisten Fällen eher im Verhältnis von 1:10 oder gar 1:30 – deshalb werden Sie vermutlich nie so viel Feedback anbieten können wie KampfkunsttrainerInnen. Allerdings können Sie probieren, immer ein Feedback anzubieten, wenn die Teilnehmenden selbst aktiv werden – und sei es „nur“ Peerfeedback, eine Musterlösung, eine Diskussion der Erfahrungen, Positiv- oder Negativbeispiele… Und auch in Schulungen und Führungen gilt: Wir sollten unser Feedback auf die Handlung beziehen und den Teilnehmenden zeigen, dass Fehler kein Problem sind.

2. Der Glaube an das heterogene Potential aller Teilnehmenden

Die Gründer meiner Kampfkunstschule haben erkannt, dass alle KampfkünstlerInnen unterschiedliche Persönlichkeiten und Stile haben. Aus dieser Erkenntnis entwickelten sie ein Modell der fünf Elemente, das besagt, dass jede Persönlichkeit eine einzigartige Mischung von fünf Elementen – Erde, Feuer, Wasser, Luft, Blitz – aufzeigt. Entsprechend bewegen sich Menschen je nach Element eher blitzschnell, aggressiv, defensiv, standhaft, fließend usw.

Diese Heterogenität wird im Training geschätzt und gefördert. Wir alle – TrainerInnen wie SchülerInnen – werden dazu ermutigt, unser „Hauptelement“ zu entdecken und die entsprechenden Stärken auszunutzen. Die ebenfalls vorhandenen Schwächen müssen wir natürlich ausgleichen. Es gibt also keine „falschen“ Elemente. Die Bezugsnorm für Erfolg ist individuell, das heißt, es zählt nur, ob man seine eigene Leistung verbessert hat. Der soziale Vergleich ist nicht wichtig – darauf weisen wir auch explizit hin.

Auch Teaching Librarians können von eigenen Fehlern und Entwicklungen erzählen und explizit darauf hinweisen, dass die persönliche Entwicklung zählt, dass jede/r es mit der Zeit schaffen kann, und dass es unterschiedliche Wege gibt, um Informations- und Medienkompetenz zu erwerben und zu leben.

3. Lernen muss Spaß machen

Training muss Spaß machen – bei einer düsteren, unfreundlichen Stimmung wäre die Kampfkunstschule wohl bald pleite. Im Sport duzt man sich generell, was die Hierarchie zwischen TrainerInnen und SchülerInnen abbaut. In meiner Kampfkunstschule wird besonders viel Wert auf Humor gelegt, auch auf die Fähigkeit, über sich selbst lachen zu können. Sogar in anstrengenden Situationen, die buchstäblich schweißtreibend sind, können wir einen Grund finden, um zu lachen.

Gerade in Deutschland gibt es die Tendenz, eher ernst und förmlich zu sein. Meiner Erfahrung nach schätzen es Teilnehmende, wenn Dozierende ihnen auf Augenhöhe begegnen und ab und zu ihren Humor hervorkommen lassen. Natürlich ist auch hier wichtig, authentisch zu sein und sich nicht zu verstellen.

4. Man lernt nie aus

Es gibt kein wirklich endgültiges Ziel in der Kampfkunst. Man kann immer noch ein bisschen besser, schneller oder stärker werden. Ich trainiere AnfängerInnen, bin aber größtenteils selbst noch Schülerin und werde dies ein Leben lang bleiben. Meine TrainerInnen lernen auch noch weiter. Selbst die Weltbesten in jedem Sport suchen sich immer neue Herausforderungen und tauschen sich gerne mit anderen aus.

Als Dozierende sollten wir uns auch nicht als „fertige“ ExpertInnen darstellen, die den „unfertigen“ Teilnehmenden etwas zu erzählen haben. Wir sind zwar weiter als die Teilnehmenden, aber wir reisen alle auf einem langen Weg. Die Informations- und Medienlandschaft verändert sich ständig, wir müssen uns entsprechend alle ständig weiterentwickeln. Das geht nur Schritt für Schritt. Eine solche Haltung zu kommunizieren, beugt vor, dass sich die Teilnehmenden überfordert fühlen.

5. Das „Warum“ steht im Vordergrund

Bei der Kampfkunst steht die praktische Anwendung im Vordergrund. Die häufigste Frage der SchülerInnen lautet „Wieso?“ Im Training erklären wir immer und immer wieder, wieso wir bestimmte Dinge tun und wie die Übungen sich auf einen echten Kampf übertragen ließen. Dass es aber oft erhebliche Unterschiede zu einem realen Kampf gibt, machen wir auch deutlich.

Diese Lektion aus dem Training finde ich am allerwichtigsten für Lehrpersonen aller Art: Das „Warum“ sollte stets im Vordergrund stehen. Warum diese Inhalte, diese Aktivität? Wo gibt es praktischen Bezug? Wenn Teilnehmende die Relevanz von Inhalten und Arbeitsaufträgen verstehen, sind sie motivierter und bauen reichhaltige mentale Modelle auf, die sie später im Alltag wirklich nutzen können.

Fünf Dinge, die BibliothekarInnen von Kampfkunst-TrainerInnen lernen können

Hier sind also nochmal zusammengefasst die fünf Faktoren, die aus meiner Sicht sowohl in einer Kampfkunstschule als auch in einer Bibliothek erheblich zum Lernerfolg und zur Motivation beitragen:

  1. Möglichst oft Feedback geben und nehmen
  2. Heterogenität wertschätzen und fördern
  3. Mit Freude und Humor moderieren
  4. Die eigene Entwicklung der Informationskompetenz vorantreiben und mit den Lernenden teilen
  5. Die Relevanz von Inhalten und Aktivitäten möglichst oft verdeutlichen

Haben Sie schon einmal aus Ihrem Hobby etwas für die Lehre mitgenommen? Wir freuen uns über Ihre Kommentare, auch in der Facebook-Gruppe.

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So entwerfen Sie ohne Stress schöne Poster für Ihre Bibliothek

Meiner Erfahrung nach sind Poster im deutschsprachigen Raum bei weitem nicht so beliebt wie in Amerika. Ich bin in den USA und Kanada aufgewachsen – in den dortigen Schulen und Bibliotheken war es (zumindest in den Neunzigern) normal, dass in jedem Klassenzimmer ein Dutzend Poster hingen, die uns SchülerInnen an alles Mögliche erinnert haben. Aber auch in den Gängen und Eingangsbereichen jeder Schule und Bibliothek waren an jeder Ecke bunte Poster. Das kann man durchaus kritisch sehen, wenn man eher einen minimalistischen Einrichtungsstil für die Bibliothek vorzieht. Heute kann man sowieso ganz schnell Videos, Social-Media-Posts und Websites erstellen. Braucht es dann noch Poster?

Wozu braucht es Poster in der Bibliothek?

Poster haben im Vergleich zu digitalen Informationsangeboten ganz eigene Vorteile:

  • Sie sind optisch sehr anregend – besonders für Kinder
  • Einmal erstellt, können sie immer wieder aktualisiert werden
  • Sie sind kostengünstig in Druck und Gestaltung
  • Poster können über eine längere Zeit hinweg hängen bleiben

In der Bibliothek können Sie ganz vielseitige Informationen auf einem Poster präsentieren, z. B.:

  • Erklärung der ersten Schritte in der Bibliothek
  • Werbung für eine Schulung oder Führung
  • Begrüßung oder Agenda für eine Schulung
  • Eine Aufgabenstellung, die immer sichtbar ist, auch während eines Vortrages
  • Regeln zur Bibliotheksnutzung oder zum Verhalten in der Schulung
  • Kernaspekte der Medienkompetenz
  • Alle Medienarten, die man in der Bibliothek ausleihen kann

Wie Sie geeignete Inhalte wählen

Die Kernbotschaft eines Posters muss aus einigen Metern Entfernung verständlich sein – oder zumindest angedeutet werden, sodass BesucherInnen neugierig werden und nähertreten. Dabei können Sie nicht nur mit Text, sondern auch mit Bildern arbeiten. Eine Kernbotschaft ist nicht unbedingt das, was Sie auf das Poster schreiben, sondern der Gesamteindruck, den das Poster aus der Ferne erweckt.

Zusätzlich können Sie wichtige Details in das Poster integrieren, die nur aus der Nähe lesbar sind. Diese werden natürlich nur von denjenigen gesehen, die nähertreten und sich das Poster genau anschauen.

Folgende Leitfragen können Ihnen also bei der Wahl der Inhalte helfen:

  • Wer ist die Zielgruppe?
  • Wo und wie lange wird das Poster hängen?
  • Was ist die kurze, knackige Kernbotschaft des Posters? Was soll aus 5 oder 10 Meter Entfernung verstanden werden?
  • Wie kann ich die Kernbotschaft als Text und/oder Bild präsentieren?
  • Welche zusätzlichen Informationen ergänzen die Kernbotschaft?
  • Sind die zusätzlichen Informationen prägnant genug, um auf das Poster zu passen?

Metaphern und Strukturen sind die Essenz des Posters

Die Strukturierung von Informationen unterstützt Menschen dabei, mentale Modelle mit neuem Wissen aufzubauen und diese mit ihrem Vorwissen zu verknüpfen. Zusammenhänge, Kategorien und Konzepte sind zur Wissensorganisation höchst relevant. Sie sollten Ihr Poster also auf jeden Fall sinnvoll strukturieren. Nutzen Sie bekannte Visualisierungen wie Listen mit Bullet Points, Tabellen, Akronyme, Hierarchien (z. B. Pyramiden) oder Flowcharts. Auch hier gilt: Weniger ist mehr – ein Poster mit all diesen Elementen wirkt überladen und verwirrend; besser ist es, wenn die Gesamtstruktur des Posters z. B. in ein einziges Flowchart integriert werden kann.

Sie können aber noch einen Schritt weitergehen, um die Informationen kognitiv noch besser zugänglich zu machen: Nutzen Sie eine Metapher! Metaphern übertragen gewöhnliche, gut greifbare Konzepte aus dem Alltag auf abstrakte, eher unbekannte Ideen. Deshalb empfinden wir sie als Entlastung. Vor allem Kinder lieben Metaphern und Geschichten.

Folgende Metaphern fallen mir z. B. im Bibliothekskontext ein:

  • Sich in der Bibliothek wie zuhause fühlen
  • Lesen als Schiffsreise
  • Buchausleihe als Geschenk
  • Medienkompetenz als Brille
  • Suche als Lupe

Welche Beispiele fallen Ihnen noch ein?

Folgende Leitfragen können Ihnen helfen, die passende Struktur oder Metapher für Ihr Poster zu finden:

  • Kann ich die zusätzlichen Informationen als Liste, Tabelle, Akronym, Pyramide, Hierarchie, Venn-Diagramm oder Flowchart strukturieren?
  • Passt die gewählte Struktur zu meiner Kernbotschaft? (Beispiel: Lautet die freundliche Kernbotschaft „Fühlen Sie sich hier wie zuhause“, dann passt das nicht unbedingt zu einer starren, eckigen Tabelle)
  • Gibt es eine Metapher oder Geschichte, die den Informationen eine zusätzliche Relevanz und Struktur verleihen kann?

Wählen Sie passende Farben, Grafiken, Schriften

Graphisches Design – ein eigener Beruf und eine Kunst an und für sich. Vielleicht geht es Ihnen wie mir und Sie fühlen sich manchmal überfordert, wenn Sie ein Design mit Farben, Bildern, einer räumlichen Struktur und der passenden Schrift versehen sollen. Mein Tipp:

  • Seien Sie mutig und packen Sie es trotzdem an. Auch Laien wie wir können unheimlich schöne Designs erstellen. 🙂
  • Holen Sie sich Feedback von KollegInnen und BesucherInnen.
  • Nutzen Sie ein Tool wie Canva zum Design Ihres Posters.

Mit Online-Tools wie Canva oder Crello kann man in wenigen Schritten graphische Designs für alle Zwecke erstellen – ganz kostenlos:

  1. Es beginnt stets mit der Wahl des Formats: Soll es ein Facebookpost, ein DIN A4-Blatt, ein Poster werden?
  2. Danach können Sie entscheiden, ob Sie ein vorgefertigtes Template nutzen möchten.
  3. Anschließend bestücken Sie die leere Seite oder, je nachdem, das gewählte Template mit Ihren Inhalten, Bildern und Farben. Canva bietet Fotos, Hintergründe, Formen und Schriften an – manche sind kostenpflichtig, aber man kann auch mit den zahlreichen kostenlosen Elementen ein wunderschönes Design kreieren.

Die Bedienung von Canva, dem aktuell bekanntesten Tool, ist m. E. ziemlich einfach; bei Bedarf findet man aber auch viele Tutorials. Das Ergebnis können Sie abschließend kostenlos in hoher Auflösung herunterladen – es gibt kein Wasserzeichen.

Screenshot von Canva
Die Titelgrafik für diesen Blogpost habe ich in nur 2 Minuten anhand eines Canva-Templates erstellt.

Lassen Sie sich von Ihren KollegInnen inspirieren

Die meisten Bibliotheken der Welt haben wohl schon eigene Poster entworfen. Nutzen Sie also die Expertise Ihrer KollegInnen. Im Internet finden Sie viele Quellen für Bibliotheksplakate, so z. B. bei https://librariandesignshare.org/. Auch bei Twitter oder in unserer eigenen Facebook-Gruppe für BibliothekarInnen können Sie sich mit KollegInnen austauschen.

Fazit: Ein schönes Plakat zu entwerfen, geht ganz einfach!

Ihr Bibliotheks-Poster braucht eine verständliche Kernbotschaft, die im Vorbeilaufen erkannt werden kann. Zusätzlich können Sie Details präsentieren, die eher aus der Nähe aufgenommen werden können. Strukturieren Sie das Poster am besten mit einer klassischen Visualisierung und nutzen Sie ggf. auch eine Metapher, um die Inhalte noch greifbarer zu machen. Designen Sie anschließend die Optik, indem Sie angemessene, anregende Schriften und Bilder wählen und platzieren. Kostenlose Online-Tools wie Canva können da sehr behilflich sein. Wenn es Ihnen an Ideen fehlt, lassen Sie sich doch von KollegInnen inspirieren.

Haben Sie schon einmal ein Poster entworfen? Wie finden Sie diese Tipps? Was ist noch wichtig? Wir freuen uns über Ihre Rückmeldungen – gerne auch in der Facebook-Gruppe für BibliothekarInnen.

Wie Teaching Librarians mit ihrer Zeit (und der der Teilnehmenden) achtsam umgehen können

Zeitgemäßes Lernen – unter diesem Motto wird in einer aktuellen, sehr spannenden Blogparade untersucht, wie Lernen der Zeit entsprechen kann. Unter “Zeit” versteht man auf den ersten Blick das Zeitalter, und entsprechend thematisieren die meisten Beiträge zur Blogparade das Lernen im 21. Jahrhundert – doch was ist mit unserer persönlichen Zeit? Die Planung und Durchführung, aber auch die Teilnahme an Schulungen und Führungen ist schließlich immer in einzelnen Momenten unseres Lebens verortet. Wir stellen hier deshalb einige Impulse für ein bewusstes Zeitmanagement in Ihrer Lehrtätigkeit.

Ein achtsamer Blick auf die Zeiteffizienz von Lehr-Lernmethoden

Lehr-Lernmethoden sind von zeitlichen Rahmenbedingungen abhängig, woraus sich diverse Spannungsfelder und Herausforderungen ergeben.

  • Die Länge der Aufmerksamkeitsspanne wird immer wieder diskutiert. Dass Vorträge von 60 oder gar 90 Minuten zu lang sind, als dass die meisten ZuhörerInnen ihnen motiviert und aufmerksam folgen können, ist lange nicht mehr kontrovers. Unser Tipp: Planen Sie nur kurze Vorträge ein!
  • Die Heterogenität von Lernenden ist vor allem deshalb eine Herausforderung, weil die unterschiedlichen Lernenden unterschiedlich viel Zeit bräuchten, sei es beim Lesen, Üben oder in der Gruppenarbeit. Unser Tipp: Planen Sie zusätzliche Aufgaben für diejenigen Teilnehmenden, die mit Aktivitäten schneller fertig werden.
  • Die meisten Lehrenden, darunter auch BibliothekarInnen, beklagen sich über ein zu hohes Lehrpensum, sie haben zu wenig Zeit für die Vorbereitung. Wenn Sie sich ein grundlegendes didaktisches Handwerk erarbeiten, wird Ihnen die Planung und Durchführung aber viel schneller und einfacher gelingen.

Diese Herausforderungen werden meiner Wahrnehmung nach immer intensiver diskutiert. Insofern ist es auch zeitgemäß – und diesmal meine ich damit modern, fortschrittlich – wenn Teaching Librarians sich bei der Wahl ihrer Methoden auch bewusst Gedanken über die zeitliche Verortung machen. Folgende Reflexionsfragen können Lehrenden und Lernenden helfen, das Potential der Zeit optimal auszuschöpfen:

Ein achtsamer Blick auf den eigenen Biorhythmus

Das Lernen ist umrahmt von unserer Menschlichkeit. Auch zunächst unsichtbare Lernprozesse geschehen in einem physischen Körper, der sich durch Zeit und Raum bewegt. Die Gestaltung unserer Tage muss das berücksichtigen.

  • Schlaf ist essenziell für unsere Leistungsfähigkeit. Die Forschung deckt immer neue Prozesse auf, die beim Schlaf für das Wohlbefinden des Gehirns sorgen. Die meisten jungen Menschen schlafen zu wenig, auch bedingt durch die frühen Unterrichtszeiten an Schulen und Hochschulen, die nicht zu ihrer späteren biologischen Uhr passen. Planen Sie, wenn möglich, keine frühen Schulungen und Führungen ein. Falls Sie die Möglichkeit haben.: Thematisieren Sie die Wichtigkeit von Schlaf mit SchülerInnen und Studierenden.
  • Regelmäßige Bewegung fördert ebenso die Denkleistung – auch bei jungen Menschen. Selbst kurze Bewegungseinheiten können die Leistungsfähigkeit steigern. Warum nicht ein kurzes Spiel oder  eine Übung im Stehen einplanen? Das motiviert nicht nur Kinder.
  • Auch regelmäßige Mahlzeiten und Trinkpausen sind wichtig, um das Gehirn in seiner Arbeit zu unterstützen.

Sie sollten nicht nur für die eigene körperliche Balance im Alltag sorgen, sondern können auch die Teilnehmenden darin unterstützen, indem sie kleine Bewegungseinheiten einbauen, die Teilnehmenden bei längeren Veranstaltungen daran erinnern, etwas zu trinken, und darauf hinweisen, dass Schlaf, Bewegung und gesunde Ernährung wichtig sind.

Ein achtsamer Blick auf die sinnvolle Nutzung der eigenen Zeit

Nutzen wir unsere Zeit sinnvoll, oder verschwenden wir sie? Darüber, was wir unter Sinn verstehen, könnte man ebenso ganze Blogparaden ausrufen. Ich möchte hier einfach auf ein paar beachtenswerte Aspekte hinweisen:

  • Das Pareto-Prinzip besagt, dass 80 % des Outputs häufig von nur 20 % des Inputs abhängt. Das heißt, dass 80 % der Gesundheit von 20 % der Lebensmittel abhängt oder dass 20 % der Kunden eine Unternehmens 80 % des Gewinns erzeugen werden. Auf die Zeit und das Lernen bezogen heißt das: 20 % der Zeit beim Lernen, in Schulungen/Führungen oder bei der Lehrvorbereitung wird 80 % des Lernerfolges erzeugen. Das Pareto-Prinzip ist natürlich kein genaues Naturgesetz – aber es dient als Impuls, um die Sinnhaftigkeit von Aktivitäten kritisch zu reflektieren. Setzen Sie Schwellenkonzepte ein, um die Wirkung Ihrer Lehre zu maximieren.
  • Mut zur didaktischen Reduktion: “Ich weiß, was ich nicht weiß”, sagte einst Sokrates. Selbst der kürzeste Blick ins Internet macht deutlich, dass der Wissens- und Erfahrungsschatz der Menschheit viel größer ist, als dass ihn eine Person jemals ausschöpfen könnte…. selbst in einzelnen Fachbereichen. Die Frage, die sich stellen sollte, lautet also: Was lasse ich weg? Was muss ich nicht wissen? Was möchte ich in meiner Lebenszeit erreichen und worauf muss ich dafür verzichten? Als Teaching Librarian sehen Sie Ihre Teilnehmenden nur sehr begrenzt.

Das Streben, in einer Lebenszeit so viel wie möglich zu erleben, führt zum Verlust einer resonanzvollen Beziehung zu uns selbst, zu anderen Menschen und zur Welt. Deshalb ist es für uns unabdingbar, über das Sterben und den Tod als Teil des Lebens nachzudenken und eine lebensbejahende Haltung zu unserer Endlichkeit zu entwickeln.

(Verein zur Verzögerung der Zeit)

Ein Blick auf die eigene Uhr lohnt sich also für BibliothekarInnen und Teilnehmende – denn nur, wer bewusst mit der eigenen Zeit umgeht, kann in Balance leben und für die eigenen Bedürfnisse sorgen, effiziente Methoden wählen und wichtige persönliche Ziele und Werte verfolgen. Als Lehrende sollten wir unsere Zeit und die der Teilnehmenden als wertvolle Ressource respektieren und achtsam verwalten. Nur so gelingt eine resonanzvolle Beziehung zu uns, unseren Mitmenschen und der Welt.

Wie Sie Lampenfieber reduzieren…

… indem Sie sich Ihrer Kompetenz bewusst werden.

Tipp:

Sollten Sie vor einer Lehrsituation Lampenfieber verspüren, so machen Sie sich bewusst, dass Sie für die Teilnehmenden eine Person sind, zu der sie fachlich aufschauen. Aus der Sicht der Anwesenden haben Sie bereits Expertise in Bereichen erworben, die sie selbst nicht haben. Sie agieren in einem Raum, der Ihnen bestens vertraut ist: der Bibliothek.

Ihre Vorteile:

  • Ihr Lampenfieber nimmt ab.
  • Sie können mit größerer Sicherheit in die Schulung oder Führung gehen.
  • Sie haben Kapazitäten frei, um den Teilnehmenden gerecht zu werden.

Begründung:

Machen Sie sich deutlich, dass die Anwesenden Sie als erfolgreiche Person betrachten. Sie haben mindestens einen Abschluss; haben also etwas erreicht, wofür die Teilnehmenden, wenn sie Jugendliche oder Studierende sind, häufig noch hart arbeiten müssen. Sie haben Erfahrung in der Bibliothek. Sie sind nicht nur aus Sicht der Lernenden eine erfolgreiche Person, die kein Lampenfieber zu haben braucht. Ihre Vorgesetzten trauen Ihnen zurecht zu, dass Sie die Schulung oder Führung kompetent meistern.

Meine Erfahrung:

Ich kenne das Phänomen des Lampenfiebers von beiden Seiten im Kontext der Hochschule: Ich weiß noch, dass ich als Studentin immer ganz ehrfürchtig gegenüber allen Dozierenden war. Und dann haben wir von der Fachschaft einmal eine Ringvorlesung organisiert und Dozierende dazu eingeladen. Wir waren nach jeder Vorlesung mit diesen Dozierenden noch etwas trinken. Und da hat uns nicht nur eine Person von ihnen erzählt, dass sie jeweils recht nervös sei vor Vorlesungen. Das hat mich damals doch sehr überrascht. Aus meiner Sicht hatten die Dozierenden so viel Vertrauensvorschuss, dass sie doch nicht aufgeregt zu sein brauchten!

Als BibliothekarIn ist es genauso: Die allermeisten Teilnehmenden sehen Sie erstmal als Experten oder Expertin für das, was Sie erzählen, für den Raum, in dem Sie sich befinden – und dieser Vertrauensvorschuss ist völlig gerechtfertigt.

Das Fundament für gelingende Schulungen und Führungen sichern

Man sieht einen Tisch mit Arbeitsmaterial, eine Gruppe junger Menschen sitzt am Tisch und unterhält sich.

Die Arbeit mit einer neuen Gruppe von Menschen, die sich untereinander nicht kennen, ist zunächst immer etwas holprig. Ein gegenseitiges Kennen- und Vertrauenlernen ist nötig, damit die Lehrveranstaltung gelingen kann. Deshalb sind Führungen oder Schulungen für Studierende oder Erwachsene, die sich nicht kennen und freiwillig gekommen sind, oft ganz anders als Veranstaltungen mit Schulklassen.

Wie kann man als Teaching Librarian dafür sorgen, dass auch unter Fremden eine gute Gruppendynamik entsteht?

In meinem Gastblogbeitrag an der PH Zürich stelle ich eine entsprechende Lehrmethode für den Einstieg vor: die Vorstellungsgruppe. Im Text geht es zwar um die Hochschullehre, also Veranstaltungen mit mehreren Sitzungen. Jedoch lässt sich das Prinzip auch auf One-Shot-Schulungen und Führungen übertragen.

Vorstellungsgruppe: Zuerst kennen lernen, dann Inhalte

Didaktik-To-Go: Fördern Sie das Lernen Ihrer Teilnehmenden, indem Sie …

Beim Kanu fahren muss man selber aktiv sein

… sie aktiv werden lassen.

Geben Sie den Teilnehmenden möglichst viele Aufgaben, sodass sie sich aktiv mit den Inhalten beschäftigen müssen.

Ihre Vorteile

  • Durch die Aufgaben müssen die Lernenden sich mit den Inhalten auseinandersetzen.
  • Jede/r Lernende kann dies im eigenen Tempo tun.
  • Sie können den Teilnehmenden über die Schulter schauen und auf diese Weise erkennen, was ihnen leicht, was ihnen schwer fällt.
  • Sie können sie individueller unterstützen, selbst in großen Gruppen.

Warum ist das so?

Lernern erfordert das aktive Konstruieren neuer kognitiver Strukturen. Durch reines Zuhören ist es nicht möglich, solche Strukturen zu konstruieren. Wenn die Lernenden dagegen Aufgaben bearbeiten, müssen sie automatisch aktiv werden – passiv lassen sich keine Lösungen finden.

Lassen Sie Ihre Lernenden aktiv werden, so erhalten auch Sie als Lehrende/r Einblicke in das Verstandene und Nicht-Verstandene. So lange Sie nur vortragen, bleiben Ihnen die Köpfe der Studierenden verschlossen.

Wie geht das Aktivieren konkret… und ohne viel Aufwand?

In unserer Schatzkiste Lehrmethoden auf der Hochschuldidaktik-Website finden Sie zudem Inspiration für innovative aktivierende Methoden – die teilweise ganz kurz und einfach sind.

Meine Erfahrung damit

Teilnehmende sind nicht immer begeistert, wenn man sie auffordert, aktiv Aufgaben zu bearbeiten, z. B. auch in Gruppenarbeiten. Klar, denn als Menschen sind wir bequem ;-). Oft habe ich als Dozentin nach der Lehrveranstaltung aber dann dennoch ein explizites “Dankeschön” erhalten, weil sie selbst merken, dass sie viel mehr lernen, wenn sie zur Aktivität “gedrängt” werden. D. h. ertragen Sie auch erst mal lange Gesichter, wenn Sie die Teilnehmenden zur Aktivität auffordern.

An einem Strang ziehen: Wie Sie gut mit Lehrenden zusammenarbeiten

Erfolgreich lehren als BibliothekarIn

In dieser Reihe möchten wir Ihnen zeigen, dass Sie als Teaching Librarian die Informationskompetenz Ihrer Zielgruppe mithilfe schlichter, effektiver Methoden fördern können. Diese wissenschaftlich fundierten Tipps sind einfach und zeiteffizient, schaffen aber eine Basis für die Kompetenzentwicklung – auch in One-Shot-Lehrszenarien (dies sind die typischen einmaligen Veranstaltungen mit einer Dauer von 45 bis meist nicht viel mehr als 90 min).

 

Wie kann die Zusammenarbeit mit Lehrerinnen und Lehrern oder Dozierenden gelingen?

Häufig werden Schulungen oder Führungen für eine bestimmte Gruppe von Lernenden angeboten (eine Schulklasse, Studierende, Kindergartenkinder…), die unter der Obhut einer betreuenden Person (eines Lehrers, einer Dozierenden, eines Erziehers…) in die Bibliothek kommt und etwas Bestimmtes lernen soll. All die betreuenden Personen, die wir in diesem Beitrag „Lehrende“ nennen, bringen Erwartungen und Interessen mit, die Ihre Veranstaltung beeinflussen… und vielleicht verkomplizieren.

Marie und Hannah tauschen sich erneut über ihren Arbeitsalltag aus. Marie erzählt von einer Schulung für Studierende, deren Planung ihr gerade Kopfschmerzen bereitet. Die Dozentin scheint an der Sache ziemlich uninteressiert und möchte am liebsten gar nicht präsent sein.

Hannah ist ähnlich frustriert, aber aus anderen Gründen: Sie plant eine Führung für eine Schulklasse. Deren Lehrerin hat jedoch ganz eigene Vorstellungen vom Ablauf. Ihre Ideen findet Hannah unrealistisch, sie macht sich Sorgen, dass die Kinder überfordert werden.

Hat Ihnen die Zusammenarbeit mit Lehrenden auch schon mal Kopfzerbrechen bereitet? In diesem Beitrag finden Sie Impulse dafür, wie Sie die gemeinsame Zusammenarbeit proaktiv und konstruktiv anpacken können, sodass eine positive und vielleicht sogar langfristige Arbeitsbeziehung entsteht.

1. Machen Sie sich sichtbar

Der bibliothekarische Beruf wird oft unterschätzt oder missverstanden. Kooperationspartner (oder KollegInnen, falls Ihre Bibliothek in ein Institut integriert ist) wissen oft nicht, wer Sie sind und was Sie zu bieten haben. Sie sollten deshalb selbstbewusst auf andere zugehen. Wer mehr von Ihnen weiß, kommt häufiger auf Sie zu – und zwar mit realistischen Erwartungen!

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten: Telefonate, Emails, soziale Netzwerke, Blogs… Die Wirkung von Gesprächen zwischendurch wird oft unterschätzt. Heutzutage wäre es das Minimum, dass Sie sich bzw. Ihr Team mit Ihren Erfahrungen, Fähigkeiten und Angeboten auf Ihrer Website vorstellen (wohlgemerkt: Das umfasst mehr als nur die übliche Positionsbezeichnung mit Kontaktdaten!). Bleiben Sie dabei stets „kundenzentriert“. Gehen Sie vom Bedarf der anderen aus, sprechen Sie deren Sprache und machen Sie deutlich, dass Sie helfen können, ein bestimmtes Problem zu lösen.

2. Gestalten Sie selbstbewusst die Beziehung

Sie können die Gestaltung der Arbeitsbeziehung in die Hand nehmen! Ihre Haltungen haben eine Wirkung nach außen. Treten Sie daher selbstbewusst und kompetent auf, damit die Lehrenden ebenso mit einer positiven Einstellung an die Zusammenarbeit herantreten.

Im Normalfall sind Lehrende am Gelingen der Veranstaltung sowie am Lernerfolg der Teilnehmenden interessiert. Das haben sie mit Ihnen gemeinsam. Zeigen Sie dem oder der Lehrenden, dass Sie Interesse am Lernerfolg der Teilnehmenden sowie einem effizienten und realistischen Planungsprozess haben. Das erhöht die Chance, dass der/die Lehrende ebenso darauf fokussiert.

Vergessen Sie nicht, dass Lehrende mehr oder weniger Lehrerfahrung und didaktische Ausbildung haben können – auch Hochschuldozierende haben oft keine oder wenige didaktische Kenntnisse. Betrachten Sie sich und die Lehrenden deshalb als gleichgestellte Partner. Sie bringen bibliothekarische Expertise und bibliotheksdidaktische Kompetenz mit, der/die Lehrende bringt eigene Fähigkeiten mit; zusammen sorgen Sie für eine gelungene Veranstaltung.

Falls es etwas zu besprechen oder verhandeln gibt, dann nehmen Sie keine positionsbasierte Haltung ein, in der Sie probieren, Ihre Position zu verteidigen. Nehmen Sie stattdessen eine interessensbasierte Haltung ein. Das bedeutet, dass Sie die Interessen aller berücksichtigen. Das erleichtert die Kommunikation und verbessert die Arbeitsatmosphäre (Babcock & Laschever, 2008).

3. Holen Sie die Informationen, die Sie benötigen

Da Sie nun mit Ihrem sichtbaren, selbstbewussten und lernendenzentrierten Auftreten eine gute Basis geschaffen haben, kann die eigentliche Arbeit beginnen. Sie müssen Informationen einholen – genau wie bei einem Beratungsgespräch. Häufig werden im Voraus nur organisatorische Punkte abgehakt: Wie groß ist die Gruppe, um welche Gruppe handelt es sich… Das ist nicht ausreichend für eine gute didaktische Planung.

Fragen Sie, wenn möglich, auch Folgendes ab:

  • Wozu sollen die Lernenden konkret befähigt werden (z. B. Schreiben einer Facharbeit) – was ist das Lernziel? Lassen Sie sich, wenn möglich, den entsprechenden Lehrplan, Syllabus o. Ä. geben. Was soll Ihre Veranstaltung dazu beitragen?
  • In welcher Phase befinden sich die Lernenden, wenn sie zur Veranstaltung kommen? Welches Vorwissen, welche Erfahrungen bringen sie mit?
  • Ist der/die Lehrende bereit, den Lernenden im Voraus eine Vorbereitungsaufgabe aufzugeben?
  • Wird eine Begleitung im Nachgang der Veranstaltung möglich bzw. notwendig sein?

4. Steuern Sie die Planung der Veranstaltung

Nachdem Sie Informationen eingeholt haben, geht es an die Planung der Lehrveranstaltung. Dabei können sich Lehrende in unterschiedlichem Maße beteiligen. Sagen wir der Einfachheit halber, dass es folgende drei Grade der Involviertheit gibt:

1. „Lassen Sie uns zusammenarbeiten“: Im Optimalfall erkennt die Lehrperson Ihre Kompetenz an, gibt Ihnen alle nötigen Informationen und ist offen für Ihre Ideen. In solchen Fällen können Sie die Lehrperson einbinden, indem Sie ihr z. B. für Inhalte oder Lehrmethoden zwei-drei Vorschläge geben, aus welchen sie dann ihren Favoriten wählen darf.

2. „Machen Sie alles für mich“: Diese/r Lehrende möchte Ihnen die Planung komplett überlassen. Wenn Ihnen dies entgegenkommt, super. Wenn Sie jedoch mehr Informationen brauchen oder bestimmte Aufgaben Ihren Verantwortungsbereich überschreiten, dann ist es wichtig, dass Sie dies dem/der Lehrenden mitteilen.

3. „Ich mache alles selbst“: Diese/r Lehrende nimmt Ihnen Arbeit ab, überschreitet aber womöglich auch Ihre Grenzen. Auch hier ist wichtig, dass Sie „nein“ sagen können (s. Kasten: „Sagen Sie ein positives Nein“).

Generell empfiehlt es sich, Richtlinien für die Zusammenarbeit zu entwickeln. Schwierige Zusammenarbeit kann aufgelockert – und vermieden – werden, wenn Ihre Bibliothek bekannte Richtlinien hat. Eine typische Richtlinie könnte sein, dass ein Termin erst dann festgelegt werden kann, wenn bereits ein Vorgespräch stattgefunden hat. Im besten Fall sind die Richtlinien schriftlich und können abgerufen werden (hier ein tolles Beispiel der York University Library in Kanada), bzw. werden allen Kooperationspartnern zu Beginn der Zusammenarbeit überreicht. Die Richtlinien schützen Ihre Bedürfnisse und können außerdem den „Sündenbock“ spielen. Das kann ein schwieriges Gespräch viel einfacher machen.

Sie können viel tun, um eine langfristig erfolgreiche Zusammenarbeit zu sichern!

Sie haben in diesem Text erfahren, dass Sie die Zusammenarbeit mit Lehrenden selbstbewusst und aktiv angehen können. Zeigen Sie Interesse am Erfolg der Veranstaltung, holen Sie sich alle Informationen, die Sie benötigen, und sagen Sie bei Bedarf ein positives „Nein“. Wenn Sie Ihr Vorgehen auf offiziellen Richtlinien für die Zusammenarbeit stützen können, wird es noch einfacher.

Zum Schluss wieder eine kleine Challenge für Sie: Welche Impulse für Ihren Alltag können Sie aus diesem Artikel mitnehmen? Teilen Sie sie gerne in den Kommentaren, z. B. in unserer Facebook-Gruppe für BibliothekarInnen. Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldungen!

Möchten Sie mehr über die Zusammenarbeit mit Lehrenden erfahren? Dann schauen Sie doch mal in unseren Online-Kurs „Einführungen in die Bibliothek für Oberstufen-Schüler/innen gestalten“. Dieser enthält auch zahlreiche Checklisten, die die Zusammenarbeit erleichtern.

Sagen Sie ein positives Nein – so geht’s

Meistens beginnt ein Nein mit der Phrase „Es tut mir leid, aber…“ Das macht unser Gegenüber sofort defensiv (Webb, 2016). Damit Ihr Nein eine positive weitere Kommunikation ermöglicht, probieren Sie eher Folgendes:

  • Beginnen Sie mit Wertschätzung der Bedürfnisse des Gegenübers
  • Sagen Sie „ja“: Was ist Ihnen momentan wichtig und warum?
  • Sagen Sie „nein“: Erklären Sie, dass dies bedeutet, dass Sie bzgl. dieser Sache ablehnen müssen.
  • Enden Sie wieder mit Wertschätzung: Gibt es eine Alternative? Wünschen Sie dem Gegenüber wenigstens Erfolg bei seinen Bemühungen!

Beispiel: Normales Nein

„Es tut mir leid, aber dieses Thema passt nicht mehr in die Veranstaltung. Ich müsste auf diese Art zu viel vortragen, und so viele Inhalte würden die Gruppe überfordern. Das müssen Sie anders mit der Gruppe thematisieren.“

Beispiel: Positives Nein

„Danke für Ihren Themenvorschlag. Das Thema finde ich auch sehr relevant, es passt gut zum Hauptthema. Mir ist wichtig, dass die Gruppe in der Veranstaltung so lernt, dass sie das Gelernte nachhaltig im Alltag umsetzen kann. Deshalb möchte ich viele Übungsphasen integrieren. Ich fürchte, dass das Thema deshalb keinen Platz mehr finden wird in dieser Veranstaltung. Ich kenne jedoch eine Website mit tollen Tutorials dazu – vielleicht könnten Sie die mit Ihrer Gruppe durchgehen? Alternativ könnten wir eine zweite Veranstaltung einplanen.“

In dieser Blogreihe gehen wir etwas ausführlicher auf Themen aus der Bibliotheksdidaktik ein. Wir zeigen die wissenschaftliche Grundlage – aber auch handfeste Methoden und Beispiele.

Lust auf mehr?

Hier finden Sie die gesamte Reihe “Erfolgreich lehren als BibliothekarIn”

Literaturverzeichnis

Babcock, L., & Laschever, S. (2008). Ask for it: How women can use negotiation to get what they really want. Bantam.

Buchanan, H. E., & McDonough, B. A. (2017). The one-shot library instruction survival guide. ALA Editions.

Webb, C. (2016). How To Have A Good Day: The essential toolkit for a productive day at work and beyond. Pan Macmillan.

Didaktik-To-Go: Verhinden Sie die “Mauer des Schweigens” …

studierende arbeiten an einem tisch

Verhindern Sie die “Mauer des Schweigens” in Schulungen, indem Sie Murmelgruppen einsetzen.

Stellen Sie Fragen an die Gesamtgruppe nur, wenn Sie die Teilnehmenden schon gut kennen. Geben Sie den Teilnehmenden stattdessen zwei Minuten Zeit, die Frage zu zweit zu besprechen. Anschließend können Freiwillige ihre Ergebnisse im Plenum berichten.

Ihre Vorteile

  • Alle sind aufgefordert, eine Antwort zu finden.
  • Sie erhalten später in der Gesamtgruppe schneller Antworten.
  • Es beteiligen sich mehr Personen.

Warum ist das so?

Durch das kurze Gespräch mit dem Nachbarn oder der Nachbarin gewinnen die Teilnehmenden Sicherheit. So trauen sie sich anschließend auch eher “schüchterne” Teilnehmende, die Frage im Plenum zu beantworten.

Der für die Qualität der Lehrveranstaltung fast noch größere Vorteil besteht darin, dass alle Teilnehmenden – außer denen, die sich verweigern – aktiv über die Frage nachdenken müssen. Es sind kurzzeitig alle aktiv. Da Lernen nur dann stattfinden kann, wenn sich Menschen aktiv mit neuen Infos auseinandersetzen, bieten Sie ihnen mit Murmelgruppen eine tolle Lerngelegenheit.

Fazit

Die vielleicht gefühlt “verlorene” Zeit wird zur absolut wertvollen Lernzeit.

Meine persönliche Erfahrung damit

Die meisten Teilnehmenden schätzen Murmelgruppen, weil sie bald merken, dass die so geforderte Aktivität ein Lernturbo ist.

Die, die es nicht schätzen, haben zwei Minuten Zeit für WhatsApp oder ein bisschen Träumen 😉 Das finde ich auch okay, da ich sie als selbstverantwortlich für ihr Lernen begreife und mich selbst als jemanden, die Lerngelegenheiten schafft.

Prezi vs. PowerPoint: die Qual der Wahl

brezel und brötchen - das ist powerpoint versus prezi

PowerPoint-Präsentationen erinnern mich an Weißbrot: Dieser Klassiker ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Allerdings häuft sich in letzter Zeit auch die Kritik – gibt es nicht vielleicht gesündere Alternativen?

Am Weißbrot wird bemängelt, dass es nicht genügend Nährstoffe enthält und aufgrund der fehlenden Ballaststoffe auch nicht satt macht. Entsprechend werden PowerPoint-Präsentationen dafür kritisiert, dass sie oft oberflächlich eingesetzt werden und zu keinem nachhaltigen Lernerfolg führen.

Ist Prezi vielleicht eine Alternative zum Weißbrot PowerPoint?

Die Vor- und Nachteile von Prezi

Die Präsentationssoftware Prezi ist sehr schick – typisch sind die fließenden Übergänge zwischen Bausteinen, die ein sog. Zoomable User Interface (ZUI) bilden. Subjektiv bin ich der Meinung, dass diese Übergänge die Übersicht über die Struktur eines Themas erleichtern. Der rote Faden der Präsentation ist gut erkennbar.

Dass man nicht-linear präsentieren kann, ist ein weiterer Vorteil. Falls man zu einer vorigen Folie zurückspringen will, muss man sich nicht linear durch die Folien durchklicken wie in PowerPoint, sondern kann elegant raus- und an der passenden Stelle wieder reinzoomen.

Es gibt zahlreiche Vorlagen zur Auswahl, die mit ästhetischen Schriftarten und Farbkombinationen verführen. Das Einpflegen der eigenen Inhalte ist einfach, ebenso das Hinzufügen von Elementen.

Inzwischen sind aber einige Funktionen von Prezi kostenpflichtig, z. B. ist jede Präsentation, die man erstellt, öffentlich im Internet zugänglich, wenn man nicht das kostenpflichtige Abo kauft. Dies allein dürfte für einige Lehrende ein Ausschlusskriterium sein.

Außerdem finde ich die Anordnung der Bausteine und die Navigation durch die vielen fließenden Übergänge unnötig kompliziert. Hier braucht man schon etwas Zeit, um sich einzuarbeiten.

Ist Prezi besser als PowerPoint?

Bisher liegen keine Forschungsergebnisse vor, die einen Unterschied zwischen Prezi und PowerPoint nahelegen. Ich habe eine Studie gefunden, in der die Teilnehmenden eine positivere Rückmeldung zu Prezi gegeben haben.

“Participants evaluated Prezi presentations as more organized, engaging, persuasive, and effective than both PowerPoint and oral presentations.”

(Moulton, Türkay, & Kosslyn, 2017)

Der Lernerfolg war aber auch in dieser Studie bei allen Präsentationsformaten gleich. Prezi kann also scheinbar höchstens mit der Beliebtheit punkten.

Vielleicht ist Prezi ja die Brezel in unserer metaphorischen Präsentationssoftware-Bäckerei – ein beliebter Snack, der aber etwa die selben Nährstoffe enthält wie das Weißbrot.

Braucht man überhaupt eine Präsentationssoftware?

Eine Metaanalyse zeigte neulich, dass der Einsatz jeglicher Präsentationssoftware tatsächlich keinen Effekt auf den Lernerfolg zeigt – weder einen positiven noch einen negativen.

“Vielleicht ist es wenig hilfreich, die Frage als Dichotomie, also als logischen Ausschluss zu formulieren. Denn der bisherige Einsatz von Powerpoint hat weder gross genutzt noch geschadet. Statt also ein Entweder-Oder zu postulieren, lohnt es sich zu fragen, wie Präsentationssoftware gewinnbringend eingesetzt werden kann.”

(Philipp, 2019)

Fazit: Wie sollte man also präsentieren?

Da keine Präsentationssoftware lernförderlicher ist als eine andere und der Einsatz jeglicher Präsentationssoftwares keinen eigenen Effekt hat, finde ich es wichtig, als Vortragende/r nach dem persönlichen Geschmack zu arbeiten. Denn das, womit man sich selber wohlfühlt, kann man auch am besten umsetzen – sei es nun eine PowerPoint, eine Prezi oder ein “Chalk-and-Talk” ganz ohne Software.

Ob Weißbrot wirklich weniger gesund ist als Vollkornbrot, wird inzwischen auch in Frage gestellt. Es kommt vielleicht eben doch nicht auf das Brot an, sondern auf die Gesamtkombination.

Ebenso beim Vortrag: Für die Motivation und Lernförderlichkeit sorgen andere Faktoren, z. B. das Wecken von Aufmerksamkeit, verständliche Erklärungen oder aktivierende Zwischenfragen. Ich möchte Prezi trotzdem etwas öfter einsetzen und testen, ob ich den “Beliebtheitsfaktor” auch aufdecken werde.

Dieser Beitrag erschien zunächst auf bach-teachandstudy.de.

Hier wird er mit Zustimmung der Autorin veröffentlicht.

Wie kriege ich den Stoff durch? Realistische Lehrplanung

Ein Männchen denkt sich ein Fragezeichen. Es steht vor einer offenen Tür, hinter ihr ein Pfad durch grüne Täler. Auf einer FUßmatte im Türrahmen steht "Schwellenkonzepte"

Wie kriege ich den Stoff durch? – Weniger ist mehr

Marie und Hannah sind befreundete Bibliothekarinnen und treffen sich zum Kaffee. Marie plant an ihrer akademischen Bibliothek eine Schulung für Studierende im ersten Semester. Hannah plant an ihrer öffentlichen Bibliothek eine Schulung für SchülerInnen der vierten Klasse. Beide haben jedoch eines gemeinsam: Sie wissen nicht, wie sie ihren Stoff in jeweils 90 Minuten unterbringen sollen.

 

Die begleitenden Lehrpersonen haben ganz eigene Wünsche, zudem wissen Marie und Hannah, dass die Informationskompetenz komplex und vielfältig ist und sowieso viel mehr als 90 Minuten Zeit verdient. Und so beklagen sich die beiden während ihrer Kaffeepause über die unmöglichen Anforderungen, die an BibliothekarInnen gestellt werden.

Hätten Sie gerade Lust, sich dazuzusetzen und mitzumachen? Verständlich, denn in einer kurzen, einmaligen Schulung ist es wirklich unmöglich, alles anzupacken, was Sie Ihrer Zielgruppe gerne vermitteln würden. Deshalb bitte ich Sie, diese Vorstellung loszulassen. Es ist die Realität: Sie können nicht alles „durchkriegen“.

 

„Aber wie werde ich alles abdecken?“ Die Wahrheit ist, du wirst es nicht, und es überhaupt zu probieren, wird Frust garantieren.


– Buchanan & McDonough, 2014, S. 19

Der erste Schritt ist die Akzeptanz dieser Tatsache. Der zweite Schritt liegt darin, sich von den Konzepten von „Stoff“ und „Vermittlung“ zu distanzieren. Die Stoffvermittlung bringt nämlich die Vorstellung mit sich, dass Sie den „Stoff“ in die Hand nehmen und einfach an Ihre Lernenden überreichen können.

Ihr oberstes Ziel ist es aber, den Kompetenzerwerb in irgendeiner Weise zu fördern – die Zielgruppe soll im Alltag handlungsfähig werden. Kompetenzen kann man jedoch nicht auswendig lernen. Sie entstehen durch eigenes Handeln. Ihre Teilnehmenden müssen aktiv werden und selbst handeln, damit sie beginnen können, eine Kompetenz zu entwickeln. Sie sind keine leeren Blätter, die Sie durch eine Wissensvermittlung mit Fähigkeiten befüllen können. Einerseits liegt das daran, dass Wissen nicht direkt vermittelt werden kann; vielmehr müssen Lernende neues und altes Wissen in ihre ganz persönlichen Wissensstrukturen integrieren. Andererseits ist Wissen nur eine Basis für Kompetenzen, welche jedoch viel mehr als nur Erinnern und Verstehen erfordern.

Deshalb gilt der Leitsatz: Weniger ist mehr. Anstatt die Veranstaltung „vollzustopfen“, sollten Sie gezielt solche Inhalte wählen, die die Grundlage für Kompetenzentwicklung bilden. Ich rate Ihnen, dafür Threshold Concepts oder auf deutsch „Schwellenkonzepte“ zu nutzen.

 

Schwellenkonzepte sind die Grundlage der Weiterentwicklung

Ein Schwellenkonzept eröffnet Lernenden eine neue, bislang unbekannte Denkweise (Buchanan & McDonough, 2017). Es lässt sie in neue Denkwelten eintreten. Schwellenkonzepte sind zielgruppenspezifisch und befinden sich an Punkten, die die bisherigen Erfahrungen von Lernenden mit einer neuen Sichtweise verknüpfen können. Solange ein Schwellenkonzept noch fremd ist, werden Lernende immer wieder stolpern, wenn sie der neuen Denkwelt begegnen. Deshalb sind unbekannte Schwellenkonzepte häufig Stolpersteine, die zu wiederholten Fehlern und Fehlkonzepten führen.

Konzepte sind abstrakte Ideen über Dinge, die uns helfen, die Dinge zu vergleichen, zu unterschieden und zu kategorisieren. Wer mit einer Katze so umgeht, wie er sonst mit seinem Hund umgeht, wird bald merken, dass er sein Verhalten anpassen muss. Entsprechend ist es wichtig, dass Lernende Konzepte grundlegend verstehen und unterscheiden können – dann können sie ihr Wissen dazu ohne Probleme konkretisieren und vertiefen.

Folgendes sind beispielhafte Schwellenkonzepte, die die Informationskompetenz betreffen und Ihnen vielleicht schon begegnet sind:

  • Suchmaschinen und Datenbanken: Teilnehmende verstehen meistens nicht, was Google von einer Datenbank unterscheidet.
  • Formate: Wenn ein Lehrer vorgibt, dass bei der Recherche keine Websites verwendet werden dürfen, werden manche Schülerinnen nicht verstehen, dass ein eBook durchaus verwendet werden darf. Studierende hingegen glauben oft, dass alles, was bei Google Scholar zu finden ist, eine wissenschaftliche Arbeit ist. Das zeigt, dass das Format eines Werkes oftmals mit seiner Herkunft verwechselt wird.
  • Autorität und Objektivität: Lernende glauben oft, dass es „gute“ und „schlechte“, „objektive“ und „subjektive“ Quellen gibt. Dass es sich hierbei jedoch um Konzepte mit endlosen diskutierbaren Graustufen handelt, wissen sie meistens nicht.

Anstatt also eine Reihe von Inhalten vorzustellen, sollten Sie den Teilnehmenden entsprechende Schwellenkonzepte erklären. Am besten lassen Sie die Teilnehmenden dabei aktiv werden, z. B. indem Sie sie über eine provokative Frage diskutieren lassen. Lassen Sie die Teilnehmenden die Grenzen ihres Wissens erleben. Dann können Sie das Schwellenkonzept einführen. Nach diesem Prinzip würden Sie z. B. in einer Veranstaltung zum wissenschaftlichen Arbeiten darauf verzichten, alle wichtigen Datenbanken vorzustellen. Besprechen Sie mit den Studierenden lieber eine Datenbank anhand eines konkreten Beispiels und erörtern Sie entsprechende Schwellenkonzepte: Was grenzt eine Datenbank von einer Suchmaschine ab? Solche vergleichenden Fragen eignen sich besonders gut, um Schwellenkonzepte zu begreifen.

 

Themen realistisch zusammenstellen

Je nach Zielgruppe, Situation und Länge der Veranstaltung werden Sie Ihre Schulung immer wieder neu planen müssen. Ich möchte Ihnen eine alltagstaugliche Methode vorstellen, um Ihre Themen zusammenzustellen.

  1. Schreiben Sie dazu im ersten Schritt alle Ihre Wünsche und Ideen sowie die Anforderungen der Lehrkräfte und des Curriculums auf, ohne sie zu ordnen.
  2. Gibt es zu der Idee auch ein passendes Schwellenkonzept? Die beiden Ideen „Suchmaschine X“ und „Suchmaschine Y“ könnten Sie z. B. in ein Schwellenkonzept zusammenfassen: Was ist eine Suchmaschine?
  3. Nehmen Sie sich dann jedes Konzept einzeln vor und gehen Sie die Leitfragen durch, die im folgenden Flowchart dargestellt sind.
Eine Grafik beschreibt die Entscheidung, ob ein Schwellenkonzept aufgenommen wird, oder nicht: Ist es nötig für die Aufgabe? Auch für diese Zielgruppe? Kann es woanders thematisiert werden?

 

Flowchart in Anlehnung an Veldof, 2006, S. 46

Am besten schreiben Sie sich, nachdem Sie jede Idee einmal auf diese Weise analysiert haben, die Priorität jeder einzelnen Idee auf. Seien Sie dabei streng und zwingen Sie sich, jede Zahl nur einmal zu verteilen: Was hat erste Priorität, was die zweite, usw.? So finden Sie für sich Klarheit und können in der Schulung flexibel reagieren, sollte sich Ihr Zeitplan doch ändern oder die Zielgruppe ein unerwartet hohes/niedriges Vorwissen mitbringen.

 

Vergessen Sie die „Stoffvermittlung“ und lassen Sie die Teilnehmenden Schwellenkonzepte erleben!

Sie haben in diesem Text erfahren, dass der Wunsch, Wissen zu vermitteln, in kurzen Schulungen ungünstig sein kann. Denn Schulungen lassen Ihnen sehr wenig Spielraum – Sie laufen Gefahr, Ihre Veranstaltung zu überladen, sodass die Lernenden demotiviert und überfordert werden. Suchen Sie lieber Schwellenkonzepte aus, welche Sie Ihre Teilnehmenden aktiv erfahren und abgrenzen lassen. Diese Schwellenkonzepte ermöglichen eine nachhaltige Änderung der Denkweise.

Zum Schluss noch eine kleine Challenge für Sie: Haben Sie bereits erste Ideen zu Schwellenkonzepten, die für eine Ihrer Zielgruppen besonders relevant sein könnten? Teilen Sie sie gerne in den Kommentaren oder in unserer Facebook-Gruppe für Teaching Librarians!

 

Literaturverzeichnis

Buchanan, H. E., & McDonough, B. A. (2017). The one-shot library instruction survival guide. ALA Editions.

Veldof, J. R. (2006). Creating the one-shot library workshop: A step-by-step guide. American Library Association.

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